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Kompositionsdatum: 1757/59· Besetzung: 2 Ob Fg 2 Hr – Str · Dauer: 9’ · Nach Entstehungszeit: 4. Symphonie
Hob.I:2 Symphonie in C-Dur
Diese Symphonie widerlegt ein für allemal die Meinung, dass die Instrumentalwerke des jungen Haydn "konventionell" seien. Das eröffnende Allegro ist einzigartig; es ist Gegenstand einer Art von Dialog oder Konfrontation zwischen traditionellem und modernem Stil. Obwohl es schlicht mit einem eindringlich punktierten Unisono-Thema und einer homophonen Fortsetzung beginnt, beschwört die piano Gegendarstellung plötzlich den gelehrten Kontrapunkt. In der Tat ist der ganze Satz von freien Wechseln zwischen homophonen und kontrapunktischen Passagen beherrscht, die auf dem aufsteigend punktierten Thema basieren. Dieser Satz ist aber auch formal einzigartig. Er ist Haydns einziger schneller sinfonischer Anfangssatz, dem die inneren Wiederholungen seiner zwei Teile (Exposition; Durchführung und Reprise) fehlen. Obwohl die Exposition in ihrer Form klar ist, leitet die vermeintliche Durchführung schnell – zu schnell? – zu dem über, was sich als erster von insgesamt drei getrennten Rückgriffen auf die Tonika herausstellen soll. Warum? Weil Haydn das Thema weitere Male präsentieren möchte, nun in der Tonika, jedes Mal in einer neuen kontrapunktischen Ausarbeitung. In der Tat führt die letzte von ihnen in eine mehr oder weniger regelmäßige Reprise der zweiten, in der Tonika stehenden Themengruppe – ausgenommen ist eine letzte kontrapunktische Stelle, die, mit umgekehrtem Kontrapunkt, den Anfang der Durchführung wiederholt. Das Andante ist für die zwei im Unisono geführten Violinpartien ein Perpetuum mobile über einem laufenden Bass; obwohl es in Sonatenform steht, verzichtet es – genau wie das Allegro – auf die Binnenwiederholungen. Sogar das Finale, wenn auch rein stilistisch gesehen ein normaler 3/8 Da capo-Satz, ist formal bei Haydn einzigartig: eine fünfteilige Rondoform, A-B-A-C-A, mit dem ersten Teil in der Molltonika und dem zweiten in der Subdominante.
©James Webster

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I. Allegro
II. Andante
III. Presto
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