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Kompositionsdatum: Juni-Dez. 1761· Besetzung: 2 Ob Fg 2 Hr – Str · Dauer: 18’ · Nach Entstehungszeit: 17. Symphonie
Joseph Haydn: Von Wien bis Eszterháza, ca. 1760-63
Wie in der vorausgegangenen Anmerkung erläutert, sind Anlass und Datum der Entstehung der Symphonien dieser Folge unbekannt; einige könnten für den Grafen Morzin, also nicht später als 1760 komponiert worden sein, einige für (unbekannte) Wiener Auftraggeber und Anlässe und einige zwischen 1761 und 1763 für den Hof von Esterházy. Dennoch sind wir in der Lage, sie je nach dem "Modell" ihrer zyklischen Gestaltung zu sinnvollen Gruppen zusammenzufassen. Wie erwähnt, sind Nr. 17 und 19 dreisätzige Werke nach dem Schema schnell-langsam-schnell wie auch die meisten "Morzin"-Symphonien. Die übrigen sind mit einer Ausnahme viersätzige Symphonien mit einem schnellen ersten Satz; sie entfallen auf drei Untergruppen. Nr. 20 und 33 sind wie Nr. 32 und 37 in der 1. Folge "festliche" Werke in C-Dur. Bei Nr. 108(B) und 15 ist die Reihenfolge der Binnensätze "umgekehrt": Schnell-Menuett-langsam-schnell. Nr. 3, 14 und 36 folgen dem bekannteren Schema schnell-langsam-Menuett-schnell; Nr. 3 fällt durch ihr vermutlich frühes Entstehungsdatum und ihr kontrapunktisches Finale aus dem Rahmen, während Nr. 14 und 36 aus den angeführten Gründen wahrscheinlich Esterházy-Werke sind. Auf die Nr. 25, ein ungewöhnliches, schwer zu kategorisierendes Werk, wird im Folgenden noch eingegangen.

Hob.I:3 Symphonie in G-Dur
Wenn dieses beeindruckende Werk tatsächlich vor 1761 geschaffen wurde, wie es die Quellen nahelegen, bietet es einen überzeugenden Beweis für Haydns frühe Meisterschaft. Das einleitende Allegro im 3/4-Takt beginnt mit einem Thema, das Möglichkeiten zum doppelten Kontrapunkt bereithält, wobei die langen Noten der Melodie mit Achtelläufen im Bass kontrastieren (die gleiche Melodie ist auch in homophonen Versionen zu hören). Die eindrucksvollste kontrapunktische Passage des Satzes erklingt kurz nach Beginn der Reprise: Die langen Noten treten endlich auch im Bass auf, die ersten Violinen bringen eine Variante des Motivs mit den Läufen dar und die zweiten Violinen fügen eine neue synkopierte Gegenmelodie hinzu.
Das Andante moderato in Sonatensatzform wendet sich der Molltonika zu; seine scheinbar simple Melodielinie entfaltet sich zu einem verzweigten Netz hoquetusartiger Pausen und Imitationsfiguren. Das Menuett mag galant klingen, ist jedoch ein strenger Kanon in der Oktave und eines der frühesten Beispiele - wenn nicht das früheste überhaupt - der von Haydn oft geübten Praxis, "gelehrsame" Elemente in eine anspruchslose Tanzform einzufügen. Das Trio bedeutet reines Konzertieren für die Bläser.
Das Finale aber, ein Meisterwerk, übertrumpft all dies mit einer großartigen Synthese aus Fuge und Sonatenstil und ist vermutlich das erste Beispiel für diesen bei Haydn so wichtigen Finalsatztyp. Dem Finale der "JupiterSymphonie" ähnelt es insofern, dass es sich um einen Sonatensatz mit kunstvoller kontrapunktischer Struktur über einem "Cantus-Firmus"-artigen Thema aus vier ganzen Noten handelt. Die erste Themengruppe in der Tonika ist eine formgerechte Fugenexposition; der Übergang ist zwar "lockerer", verwendet jedoch zwei neue Motive in umgekehrtem Kontrapunkt. Die zweite Gruppe in der Dominante verbindet eines davon mit dem ursprünglichen "Cantus-Firmus"-Thema, und die Durchführung steigert die Komplexität noch erheblich. Die Reprise schließlich weist ein vierstimmiges Stretto auf den "Cantus" auf, bis Haydn wie immer ganz am Ende für den besonders schwungvollen Abschluss zum Sonatenstil zurückfindet.
©James Webster

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I. Allegro
II. Andante Moderato
III. Menuet e Trio
IV. Alla Breve
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