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Kompositionsdatum: 1767· Besetzung: 2 Ob Fg 2 Hr – Str · Dauer: 20’ · Nach Entstehungszeit: 41. Symphonie
Hob.I:38 Symphonie in F-Dur in C-Dur
Ob der schöpferische Unernst dieses Werks von der Bühne inspiriert wurde oder nicht, werden wir nie erfahren; auf jeden Fall würde es unter der Assoziation nicht leiden. Wie mehrere andere frühe Haydn-Symphonien in C-Dur bedient sich das einleitende Allegro di molto zunächst des sonst gewöhnlich Finalsätzen vorbehaltenen 2/4-Takts. Möglicherweise ähnelt es einer Ouvertüre; gewiss klingt es "bühnengemäß", ein wenig bombastisch, ohne große Feinheiten des Kontrasts oder der motivischen Variation. Und mitten in der Durchführung wird es regelrecht komisch: Dieser Abschnitt hat sich bisher auf a-Moll konzentriert; am Ende einer langen Sequenz führt Haydn jedoch zwei irreführende Kadenzen auf F (der Untermediante) aus, bis er des Spiels müde wird und unisono eine dritte Kadenz herausarbeitet, um es endlich für a-Moll zu entscheiden – worauf er diesmal nicht nur F einwechselt, sondern auch nach piano absinkt und eine neue Episode in F-Dur beginnt! (Der "Trio"-Effekt, den die reduzierte Besetzung und Heraushebung aus dem Zusammenhang auslöst, findet sich auch hauptsächlich in älteren Finalsätzen.)
Das Andante molto ist ein feinsinnig possenhafter "Echosatz" jener Art, wie er bei den konservativen norddeutschen Kritikern zu Haydns Zeit soviel Anstoß erregte. Die gedämpften zweiten Violinen imitieren ständig die Schlussmotive der ungedämpften ersten – egal, wie taktlos dies im rhythmischen Kontext erscheinen mag, oder wie übertrieben am Ende der beiden Hauptabschnitte. Das Menuett zeichnet sich durch ein Oboensolo im Trio aus. Das gilt auch für die zweite Gruppe des Allegro di molto bezeichneten Finales (nun alla breve). Das Finale alterniert im Allgemeinen zwischen einem Eröffnungsthema, das über einem exzentrischen tonischen Orgelpunkt die Tonleiter auf- und abmarschiert, und kontrapunktischen Passagen an den Übergängen und in der Durchführung. Die Wirkung ist entschieden die einer humorigen Gegenüberstellung statt organischer Integration.
©James Webster

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I. Allegro di molto
II. Andante molto
III. Menuet e Trio, Allegro
IV. Finale, Allegro di molto
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