Symphonien
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Kompositionsdatum: Sept.-Dez. 1771· Besetzung: 2 Ob 2 Fg col basso 2 Hr – Str · Dauer: 29’ · Nach Entstehungszeit: 53. Symphonie
Die Symphonie Nr. 42 stammt aus dem gleichen Jahr (1771) wie die Streichquartette op. 17 und die c-Moll Klaviersonate Hob.XVI:20 (Landon 33). Der Anfangssatz trägt die ungewöhnliche Tempobezeichnung "Moderato e maestoso", die, wenn man sie genau befolgt, einen der längsten Sätze zur Folge hat, den Haydn je komponierte. Dies ist jedoch nicht nur eine Sache der reinen Uhrzeit; z. B. enthält die Seitengruppe auf der Dominante, einzigartig bei Haydn, zwei "zweite Themen", jedes in beachtlicher Länge ausgearbeitet, mit einer noch längeren "forte"-Passage im Zwischenteil. Die Durchführung enthält nicht nur eine sondern zwei "falsche Reprisen", eine auf der Tonika an früherer Stelle, eine andere auf der Subdominante etwa in der Mitte. Die Reprise bricht dann bald ab, um einer bemerkenswerten "zweiten Durchführung" Platz zu machen, die auf den Motiven des ersten Themas basiert.
Der langsame Satz trägt die gleichfalls ungewöhnliche Tempobezeichnung "Andantino e cantabile". Heinrich Christoph Koch, ein bekannter Musiktheoretiker des 18. Jh. (besonders im Bereich der musikalischen Formenlehre), benutzte ihn als "Demonstrationsobjekt" für die Sonatenhauptsatzform. Er steht in der gleichen Tonart und im gleichen Metrum wie der langsame Satz der AbschiedsSymphonie und seine nachdenkliche Grundstimmung ist auch ähnlich, beziehungsweise noch exzentrischer, was die Phrasierung angeht. (In einem Punkt ging Haydn zu weit: Im Autograph strich er eine rhythmisch unklare Passage, was er selbstbewusst so kommentierte: Dies war vor gar zu gelehrte Ohren. Man hat darüber spekuliert, dass sie vielleicht Fürst Esterházy nicht gefallen hatte. Aber die gestrichene Passage erscheint in keiner der erhaltenen Stimmen. Sehr wahrscheinlich haben weder der Fürst noch sonst jemand die Version vor der Korrektur zu hören bekommen.
Das sprühende Menuett ist ebenfalls länger als üblich und das Trio ist ein exquisites Stück Musik für die Streicher. Das Finale trägt wiederum eine ungewöhnliche Tempobezeichnung, "Scherzando e presto". Es besteht aus einer Folge freier Variationen, – "ausgezeichnete Spielereien in Beethovenscher Manier", wie Tovey sie bezeichnete, – die hinreißende Kontraste in der Instrumentierung enthalten, wie auch eine relativ ausgedehnte Moll-Variation in der Mitte. Es schließt mit einer scherzhaften Coda – aber ob dieser Humor "hoch" oder "flach" ist, das kann nur der Zuhörer beurteilen.
©James Webster

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I. Moderato e maestoso
II. Andantino e cantabile
III. Menuet eTrio, Allegretto
IV. Finale, Scherzando e presto
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