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icon   SYMPHONIE 'MARIA THERESIA' NR.48 IN C-DUR   info

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Kompositionsdatum: 1769· Besetzung: 2 Ob Fg 2 Hr – Str · Dauer: 29’ · Nach Entstehungszeit: 49. Symphonie
Hob.I:48 Symphonie in C-Dur
Wie schon eingangs bemerkt, hat dieses Werk nichts mit Maria Theresias Besuch im Schloss Eszterháza im Jahre 1773 zu tun. Es muss ungefähr 1768/69 entstanden sein; das ihm verwandteste C-Dur-Werk ist deshalb die Symphonie Nr. 41 (siehe Folge 5). Auf der anderen Seite ist Nr. 48 nicht nur länger sondern auch großartiger, und man kann verstehen, warum sie festliche, ja königliche Assoziationen weckte.
Der erste Satz ist sehr breit angelegt; in Teilen erinnert er an eine Prozession. Im ersten Thema wechseln sich Bläserfanfaren mit langen Streicherpassagen ab; das großangelegte zweite Thema umspannt vier gehaltvolle und sehr unterschiedliche Abschnitte, die wiederum zahlreiche innere Gegensätze enthalten. Die ausgedehnte Durchführung gipfelt in einem ungeheuren sequenzierten Abschnitt, der auf dem ersten Abschnitt des zweiten Themas basiert; seine Schlussphrase, kurz vor der Ankunft auf der Dominante der Haupttonart, muss die verblüffend ähnliche Passage in Mozarts "JupiterSymphonie" beeinflusst haben: dieselbe Tonart, dieselben Formmerkmale, die gleiche Auftaktfigur, und in der Durchführung die gleiche Modulation (Haydn in den Takten 114-119; Mozart in den Takten 171-179).
Das wunderschöne und entspannte Adagio in Sonatenform ist einer von Haydns ausgedehntesten langsamen Sätzen. Die Bläser sind ungewöhnlich exponiert, die Oboen haben Soloeinwürfe im ersten Abschnitt (noch auf der Tonika) und die Hörner übernehmen die Führung – ein Umstand, der später noch Folgen haben wird. Das zweite Thema ist auch sehr lang. Während sich die Triolenmotive mehr und mehr ausbreiten, führen sie zu zahlreichen Scheinkadenzen, jede einzelne verschieden, und jede zu einer anderen Erweiterung führend. Nach einer relativ kurzen Durchführung wird die Reprise durch einen erstaunlichen Einfall eingeführt. Sowie die Musik die Dominante A von d-Moll erreicht, hält sie plötzlich an; die Oboen und Hörner bringen das A im Oktavabstand im pianissimo (immer ein signifikantes dynamisches Zeichen bei Haydn); und plötzlich spielen dann die Hörner wieder A als Terz der Tonika F-Dur und intonieren ihre Melodie aus dem zweiten Abschnitt des ersten Themas. Das klingt alles erstaunlich romantisch. Haydn kehrt erst dann zur Ausgangsdominante und der eigentlichen Reprise zurück und beginnt mit dem originalen ersten Abschnitt.
Das Menuett kehrt zur festlichen Stimmung des Allegro zurück und behält die ungewöhnlich großen Dimensionen bei, die für die ganze Symphonie charakteristisch sind. Gegen Ende bricht es in eine kriegerische Fanfare in Oktaven im ganzen Orchester aus; wie so oft ist aber die Schlussphrase ruhig. Das Trio steht in der Molltonika; es ist ebenfalls ziemlich lang und schließt mit einer ausgedehnten chromatischen Fortschreitung, die erst im letzten Moment wieder zur Tonika zurückkehrt.
Das stürmische Alla breve-Finale steht in entschiedenem Gegensatz zu dem prozessionsähnlichen Anfangssatz (obwohl das "Jupiter"-Motiv einen flüchtigen Eindruck hinterlässt). Sobald die Überleitung begonnen hat, eilt die Musik ohne Atempause das ganze Stück bis zum Doppelstrich. Als Ausgleich dazu beginnt die Durchführung ruhig mit einem langen Halteton, der in die Molltonika moduliert; dies führt schließlich zur "unmittelbaren Reprise" (man vergleiche Symphonie 43/i). Danach stürzt sich die Durchführung wieder kopfüber in die Reprise und zu ihrem Ende.
©James Webster

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I. Allegro
II. Adagio
III. Menuet e Trio
IV. Finale, Allegro
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