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Kompositionsdatum: (Frühjahr) 1773· Besetzung: 2 Ob Fg 2 Hr – Str · Dauer: 24’ · Nach Entstehungszeit: 57. Symphonie
Hob.I:51 Symphonie in B-Dur
Obwohl diese Symphonie nicht so ausdrucksstark ist wie die Nr. 45-47, ist sie doch genauso originell oder exzentrisch. In dem Anfangsvivace besteht das Hauptthema aus drei Teilen: einer kraftvollen Unisonofigur im Forte, einer ruhigen Weiterentwicklung nur für Streicher und einem geheimnisvollen, tiefen Unisonomotiv für Streicher und das zweite Horn, das nicht in der Tonika, auf D endet. Der Gesamtkomplex wird wiederholt, wobei das D des Horns zur Dominante von g-Moll wird. Dies leitet die lebhafte Überleitung ein, die nahtlos in die ebenso lebhafte zweite Themengruppe überführt. Erst später erklingt ein ruhiges, kontrastierendes Thema, dessen Erweiterung die Kontraste jedoch bis in eine extreme Exzentrik erhalten.
Erstaunlicherweise nimmt die Durchführung die abschließende Phrase der Exposition auf, was zu einer "falschen Reprise" des Hauptthemas auf der Subdominante führt und schließlich zur Wiederholung eines großen Teils der zweiten Gruppe, wieder in g-Moll. Als das ruhige Thema gerade zur Kadenz ansetzt, unterbricht Haydn mit einer chromatischen Passage, die erneut nach D-Dur im Bass führt, harmonisiert zur Tonika in der ersten Umkehrung, während, als ob gerade nichts Ungewöhnliches passieren würde, die zweite Phrase des Anfangsthemas einsetzt und man sich mitten in der Reprise befindet.
Das in Sonatenform stehende Adagio in Es-Dur zeichnet sich durch einige bemerkenswerte Soli für die zwei Hörner aus: Das erste Horn führt – schwindelerregend hoch – ein achttaktiges Thema in der Tonika an, dann moduliert das zweite Horn – unfassbar tief (mit "Stopftönen") – zur Dominante. Die erste Oboe gesellt sich dazu, und die relativ kurze zweite Gruppe kadenziert recht bald mit einer chromatischen Färbung in der Schlussgruppe. Die Durchführung beginnt mit neuen Oboensoli, gefolgt von den zwei Hörnern, die nun zusammenspielen. Eine lange, sinnierende Passage nur für Streicher führt zur Reprise. Diese zeigt sich in veränderter Form: das Solo des zweiten (tiefen) Horns wird durch ein neues, aktiveres ersetzt; die zweite Themengruppe kehrt wesentlich früher zurück, wird dann aber sehr ausgedehnt, einschließlich einer ausgeschriebenen Kadenz für die Streicher.
Wie das Menuett in Nr. 47 basiert dieses Menuett auch auf einem Kunstgriff. Es ist nur sechzehn Takte (8 + 8) lang; der Bass umfasst acht Wiederholungen des gleichen zweitaktigen Motivs in unterschiedlicher Tonlage, die eine Esterházy-Stimmensammlung zur Freude der Musiker verschlüsselt als "Rätselnotation" wiedergibt. Die Existenz von zwei Trios ist einzigartig in Haydns sinfonischem Gesamtwerk.
Die Symphonie endet mit einem der frühesten Variationsfinali Haydns (in diesem Fall wäre die Bezeichnung "Variationsrondo" genauer: einige "Variationen" sind in unterschiedlichen Tonarten gehalten und stellen neue thematische Ideen vor). Das ungekünstelt verspielte Thema für Streicher allein birgt einen ganzen Kunstschatz in sich. Die erste, dritte und fünfte Variation fügen immer neue Effekte der Dynamik und Instrumentierung hinzu. Die zweite Variation ist ein Solo für die erste Oboe, während die vierte ein erstaunlich leidenschaftlicher Ausbruch in g-Moll ist. Nach der fünften Variation folgt eine kurze, exzentrisch endende Coda.
©James Webster

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I. Vivace
II. Adagio
III. Menuet, Trio I, Trio II
IV. Finale, Allegro
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