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icon   SYMPHONIE 'LAUDON', 'LOUDON' NR.69 IN C-DUR   info

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Kompositionsdatum: ca. 1774/75· Besetzung: 2 Ob 2 Fg – 2 Hr 2 Trp – Pk – Str · Dauer: 25’ · Nach Entstehungszeit: 67. Symphonie
Hob.I:69 Symphonie in C-Dur ("Laudon")
Diese Symphonie verkörpert mehr als jede andere in dieser Folge den Aspekt des "leichten Hörens" in der Kunst Haydns aus dieser Periode. Den Beinamen hat sie von einem berühmten österreichischen Feldmarschall erhalten; es war nicht der Einfall Haydns, dem Werk diesen Beinamen zu geben, sondern der seines Verlegers Artaria, der ihn für eine Bearbeitung für Clavier allein verwendete. Haydn billigte ihn jedoch eher zynisch:
Das letzte oder 4te Stück dieser Symphonie ist für das Clavier nicht practicabl, ich finde es auch nicht für Nothig dasselbe beyzudrucken: das wort Laudon wird zu Beförderung des Verkaufes mehr als zehen Finale beytragen.
Das Werk steht durchgehend in der Durtonart, ist unmittelbar zugänglich und satztechnisch mit leichter Hand gearbeitet; es bewegt sich innerhalb vertrauter Stile und Konventionen und weist nur wenige Stellen von expressiver Intensität auf; die ausgedehnten Abschnitte, thematischen Gruppen, Überleitungen usw. sind kristallklar. Der Beginn des ersten Satzes ähnelt dem der besser bekannten Symphonie Nr. 48, "Maria Theresia" (ca. 1768); er steht in derselben Tonart, jedoch kann man seinem Verlauf leichter folgen; sogar die Durchführung deutet keine entfernten Tonarten an, und es finden sich in ihr nicht so viele Spuren kontrapunktischer Komplexität.
Der langsame Satz, obwohl gleichermaßen einfach gehalten, ist im Gegensatz dazu entschieden exzentrisch. Sein aufsteigendes Dreiklangsthema mit Tonwiederholungen geht in gewundene Sechzehntel über, die sich jedoch als unfähig erweisen, die Tonika zu verlassen. Nur nach ihrer Übernahme durch den Bass folgt eine grobe Modulation zur Dominante; die zweite Gruppe weist wenigstens eine Verbeugung vor der Molltonart sowie ein reizvoll keckes hemiolisches Hoketusthema auf. Die Durchführung ist ereignislos, und nur Toveys "Verteidigung" könnte die scherzhafte Rückführung mehr als Routine erscheinen lassen. Selbst wenn Haydn sich anscheinend nicht auf die nahe liegende Aufgabe konzentriert, muss er zugegebenermaßen einfach "ein wirklich neues Menuett" schreiben: so ist beispielsweise auf die überraschende Akzentverschiebung in die Mitte der Triolenfigur hinzuweisen. Das reizvolle Rondofinale in der Sonatenhauptsatzform scheint mehr beschäftigt zu sein und ist sicherlich fesselnder. Die Kontur der Melodie ist anders als erwartet; die zweite Gruppe in der Dominante brilliert mit Tremolos, überraschend entfernten Akkorden, lebhaften synkopierten Rhythmen usw. Die mittlere Episode, ein Minore, zeigt wirkliche Leidenschaftlichkeit, auch wenn die Überleitung, auf einem charakteristischen rhythmischen Motiv über geheimnisvollen langsam wechselnden Harmonien, länger dauert als wir es uns wünschten. Eine imitatorische codaartige Erweiterung geht dem Aufschwung voran, worin wiederum der "Unterhaltung" das letzte Wort gegeben wird.
©James Webster

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I. Vivace
II. Un poco adagio piu tosto andante
III. Menuetto e Trio
IV. Finale, Presto
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