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Kompositionsdatum: 1778/79· Besetzung: Fl 2 Ob 2 Fg 2 Hr – Str · Dauer: 33’ · Nach Entstehungszeit: 70. Symphonie
Hob.I:71 Symphonie in B-Dur
Die kurze langsame Einleitung stellt meisterhaft die kontrastierenden Sujets "Majestät" (punktierte Figuren im Einklang und Forte) und "Empfindsamkeit" (getrillerte Vorhalte im Piano) nebeneinander – und zwar auf der gleichen melodischen Figur. Ihr musikalischer Gehalt wird im Verlauf des Anfangsthemas des Allegro con brio subtil wiederholt. Sobald der energische Überleitungsabschnitt die Wechseldominante erreicht, hält er plötzlich inne, und es beginnt eine grüblerische Passage, die ganz auf gleichmäßigen Vierteln aufgebaut ist, und zwar Instrument für Instrument und Takt für Takt. Dieses zögerliche Gehabe breitet sich über die eigentliche zweite Gruppe aus. Dies zeigt die für Haydn charakteristische Ausdruckskraft, die darin besteht, bis zum Eintritt des Schlussthemas nicht zurückzukehren. Die Durchführung erreicht schon bald einen Haltepunkt auf kraftvollen Oktaven (nur Oktaven) von D; nun folgt Haydns letzte ausgedehnte sinfonische "falsche Reprise" in der Tonika (spätere Beispiele stehen stets in einer anderen Tonart), die durch eine subtile Veränderung in den beiden ersten Takten verschleiert wird. Zum Ausgleich ist die "richtige" Reprise der ersten Gruppe und Überleitung stark abgekürzt.
Das Adagio ist ein Satz mit Thema und Variationen über ein kunstvolles zweiteiliges Thema, das vollständig aus komplexen fünftaktigen Phrasen (5 + 5)+(5 + 5) besteht, wobei jede Hälfte wiederholt wird; zu Beginn der vierten und letzten Phrase schaffen die Bläser mit längeren Noten und komplexeren Harmonien eine magische Wirkung. In den drei Variationen spielen abwechselnd die ersten Violinen in schnelleren Notenwerten, die Soloflöte und das Solofagott gegen eine Gegenmelodie in Zweiunddreißigsteln, und die Bässe in Triolen. Das Thema kehrt danach wörtlich zurück, wobei jedoch in der "magischen" Passage die Harmonien in einen Quartsextakkord auf der Dominante erweitert sind. Es folgt eine Fermate, die eine sehr ausgedehnte ausgeschriebene Kadenz für das volle Orchester ankündigt, wonach der Satz mit einer sehr kurzen Coda endet.
In dem Menuett kontrastiert ein schreitendes Forte-Thema mit einer Piano-Antwort, die chromatische Nachbartöne in parallelen Dezimen bringt, die sich in dem ausgedehnten zweiten Teil "breitmachen"; im Trio wird die ungewöhnlich phrasierte siebentaktige Melodie von zwei Soloviolinen in Oktaven gespielt, in der eine hervorspringende Drehfigur erscheint (die im zweiten Teil beinahe zu hervorstechend erscheint). Das mit Vivace bezeichnete Finale in der Sonatenhauptsatzform bringt ein sich unregelmäßig entwickelndes Thema über einem Bass in gleich bleibenden Achteln, der sich jedoch harmonisch langsam bewegt; es kehrt (in einer Variante) in der zweiten Gruppe zurück, die mit einem fanfarenartigen Thema in den Bläsern und einem witzigen Decrescendo schließt. Die Durchführung beginnt unvermittelt in der entfernten Tonart Des-Dur, wobei die beiden Violinstimmen im Einklang geführt sind (beide sind in einer frühen Quelle mit "per licentiam" bezeichnet, eine Art von Anmerkung, die gelegentlich in Haydns Autographen zu finden ist); nach einigen "rätselhaften" Modulationen verwandelt sich Des in Cis; d. h. die Wechseldominante in g-Moll, das die parallele Molltonart ist. Die Reprise wird durch einen von Haydns weniger subtilen Scherzen vorbereitet.
©James Webster

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I. Allegro
II. Adagio
III. Menuet e Trio
IV. Finale, Vivace
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