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Kompositionsdatum: 1780· Besetzung: Fl 2 Ob 2 Fg 2 Hr – Str · Dauer: 25’ · Nach Entstehungszeit: 76. Symphonie
Hob.I:74 Symphonie in Es-Dur
In diesem Werk sind die allgemein verbreiteten Stilaspekte, die für diese Zeit charakteristisch waren, mit Chromatik, überlegener Kunstfertigkeit und expressiver Heftigkeit vermischt. Der erste Satz, ein Vivace assai, ist geprägt von dem Kontrast zwischen drei lauten "Hammerschlägen" (später erscheinen weitere verwandte Ideen) und einem ruhigen Motiv mit dem Rhythmus: lang-lang-kurzkurz–kurz (die langen Noten fallen stufenweise, die kurzen Noten werden einfach wiederholt). Das letztere Motiv gibt Anlass zu bemerkenswerten grüblerischen Passagen in der Durchführung und auch gegen Ende der Reprise, bevor Haydn den Satz lachend mit einem brillanten Schluss beendet.
Das Hauptthema des langsamen Satzes weist die lebhafte Tiefgründigkeit auf, die für viele von Haydns langsamen Sätzen charakteristisch ist. Formal ist der Satz ein einfaches Rondo, A-B-A1-B1-A2-Coda, wobei das erste B in der Dominante und das zweite (gekürzte) in der Subdominante steht; jede Rückkehr des ausgedehnten A-Themas ist im melodischen Detail und der Instrumentation reich variiert. Vor der kadenzierende Schlusssteigerung bringt die wunderbare Coda einen kürzeren, variierten Abschnitt für die Bläser allein und danach zwei für die Streicher; alle drei weisen eine reiche kontrapunktische Arbeit auf und sind expressiv gestaltet.
Das Menuett bringt den lombardischen Rhythmus, während in dem Trio ein Solofagott die Violinmelodie verdoppelt; bei jeder Kadenz weist es irreguläre fünftaktige Phrasen auf. Das Finale, das die Sonatenhauptsatzform verwendet und im 6/8-Takt steht, beginnt mit einem ruhigen, verspielten, melodisch verwickelten Thema (es erinnert an das Thema des Finales aus Mozarts Streichquartett, KV 589, das in derselben Tonart und derselben Taktart steht): Die ersten und zweiten Violinen beginnen alleine und im Einklang; im folgenden Takt antworten die tieferen Streicher mit einer Pseudoimitation. Das Thema kommt bald mit einem eigenartigen melodischen Verhallen auf der Dominante zum Stillstand; die Melodie bricht plötzlich laut im Bass hervor, die Violinen antworten mit einer neuen, hastenden Gegenmelodie, und wir befinden uns mitten in einem Wettrennen. Das Versprechen einer wirklichen imitativen Behandlung wird nicht erfüllt; stattdessen folgen geistreiche Scherze in Hülle und Fülle. Das Beste kommt zur Reprise: Die zweiten Violinen tragen das Thema alleine vor – woraufhin die ersten Violinen, die darüber verärgert sind, im Hintergrund stehen zu müssen, einen Takt "zu früh" einsetzen und direkt zu der hastenden Passage und dem Rest der Reprise übergehen – einschließlich einer kurzen Passage mit wirklicher Imitation!
©James Webster

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I. Vivace assai
II. Adagio cantabile
III. Menuetto e Trio, Allegretto
IV. Finale, Allegro assai
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