Symphonien
icon   SYMPHONIE NR.78 IN C-MOLL   info

info zurück zur Übersicht  

Kompositionsdatum: 1782 ?· Besetzung: Fl 2 Ob 2 Fg 2 Hr – Str · Dauer: 20’ · Nach Entstehungszeit: 78. Symphonie
Hob.I:78 Symphonie in c-Moll
Die dritte und letzte der 1782 für eine geplante, dann aber doch nicht zustande gekommene Englandreise Haydns (1732-1809) geschriebenen Symphonien, Nr. 78, ist eine c-Moll-Symphonie. Nicht erst für Beethoven und dessen Nachfolger im 19. Jahrhundert, sondern auch schon bei Haydn ist c-Moll eine besondere, mit den Ingredienzien außerordentlicher Expressivität versehene Tonart. Nr. 78 nimmt in dieser Beziehung die genaue Mitte zwischen ihren beiden c-Moll-Schwestern im Schaffen Haydns ein: der Nr. 52 von 1770, einem typischen Werk aus Haydns sog. “Sturm und Drang’-Periode, und der innerlich “klassisch-gebändigten’ Nr. 95 aus dem ersten Londoner Aufenthalt, 1791.
Es gibt wohl keinen Symphoniesatz Haydns, der von so weit hinaus getriebener experimenteller Chromatik wäre wie der Kopfsatz der Nr. 78. Schon das Hauptthema, das da im Unisono einsetzt (und das, wie Robbins Landon meint, dem Hauptthema des ersten Satzes von Mozarts c-Moll-Klavierkonzert KV 491 von 1786 als direkte Vorlage gedient haben könnte), ist harmonisch unstet, “vagierend’. Auf diese Weise dient es durchwegs als Ansatzpunkt kühner Durchgänge und Modulationen; auch der harmonisch stabilere Seitensatz mit Schlussgruppe ist an charakteristischer Stelle von einer “nicht passenden’ Durchgangsharmonie geprägt, die “zufällig’ aus der parallelen chromatischen Linienführung der Streicherstimmen entsteht. Die konsequent und immer wieder neu ansetzenden Durchführungszüge fordern so viel Raum und Energie, dass nur noch Platz für eine rudimentäre Reprise übrig bleibt, die eigentlich nur noch aus einem Rest des Seitensatzes mit Schlussgruppe besteht.
Wie um die chromatische Hebelwirkung dieses Kopfsatzes auszubalancieren, verbleibt Haydn mit dem Rest der Symphonie im Konventionellen. Der Schlusssatz ist z.B. ein Rondo mit Durchführungselementen; doch ist Haydn so deutlich um harmonische Stabilität bemüht, dass er die Rondo-Episode (mit der Solo-Oboe) zweimal in derselben Tonart, nämlich C-Dur, ansetzt. Beim zweiten Mal geht sie auch unmittelbar in den C-Dur-Schluss des ganzen Werks über.

X
I. Vivace
II. Adagio
III. Menuetto e Trio, Allegretto
IV. Finale, Presto
Sie hören Adam Fischer
Interpreten wählen:   Antal Dorati info   Adam Fischer info


Joseph Haydn
The Symphonies

Philharmonia Hungarica
Antal Dorati


33 CDs, aufgenommen 1970 bis 1974, herausgegeben 1996 Decca (Universal)

im iTunes music store kaufen
bei Amazon.de kaufen


Haydn
Symphonies complete

Austro-Hungarian Haydn Orchestra
Adam Fischer

33 CDs, aufgenommen 1987 bis 2001, herausgegeben 1996
Brilliant Classics

bei Amazon.de kaufen


Haydn
Symphonies

Academy of Ancient Music
Christopher Hogwood

10 doppel- und triple-CDs
aufgenommen und herausgegeben 1990 bis 2000
Decca (Universal)

im iTunes music store kaufen
X