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Kompositionsdatum: 1786· Besetzung: Fl 2 Ob 2 Fg – 2 Hr 2 Trp – Pk – Str · Dauer: 27’ · Nach Entstehungszeit: 88. Symphonie
Hob.I:86 Symphonie in D-Dur
Die 1786 komponierte D-Dur-Symphonie Nr. 86 ist das einzige Stück in der Folge der sechs ’Pariser Symphonien’, bei der die ’offizielle’ Reihung als Nr. 5 mit der von Joseph Haydn ursprünglich beabsichtigten übereinstimmt.
Nr. 86 hat wie Nr. 85 und Nr. 84 eine langsame Einleitung vor dem ersten Satz. Doch während die Einleitung von ’La Reine’ Nr. 85 die Funktion hat, eine feierliche Atmosphäre zu erzeugen, erfüllt diejenige von Nr. 86 vor allem eine sozusagen dramaturgische Aufgabe: Mit dem Thema des Allegro-Hauptteils nämlich hätte Haydn die Symphonie nicht eröffnen können. Bei diesem Symphonie-Eingang zeigt sich Haydn wieder einmal mit kühnen Experimenten. Das Hauptthema des ersten Satzes ist keine in sich gefestigte musikalische Individualität, sondern eigentlich eine Überleitungs-Sequenz, beginnend auf einer Nebenstufe des D-Dur-Tonartenkreises und erst dann in die Haupttonart leitend, die dann umso nachdrücklicher bestätigt wird. Diese Durchgangsfloskel zeigt sich auch an mehreren unerwarteten Punkten des Satzes und gibt dadurch dem Komponisten Gelegenheit, subtile Effekte zu erzielen. Das klangprächtige Largo trägt die Bezeichnung ’Capriccio’ wohl deswegen, weil Haydn hier, ohne dass der Satz die üblichen Wiederholungs-Zäsuren aufweist, in kapriziösester Weise die verschiedensten Formelemente mischt.
Das Menuett entbehrt nicht der volkstümlichen Momente - und doch sind auch Elemente aritsokratischer Elegance zu verspüren. Aber auch eine gewisse Schwermut, mit der Haydn die Grenzen eines bloßen “Tänzchens’ - sei es nun adeliger oder volkstümlicher Art - sprengt. Die Wiederkehr des Menuett-Anfangsteils ist durch ’Nachdenkpausen’ gedehnt. Im Trio zieht eine bukolische Hirtenmusik vorüber (Violinen und Fagotte in Oktaven, begleitet durch Streicherpizzicati). In sprühender Laune rauscht schließlich das aus einem einzigen rhythmischen Grundimpuls gestaltete Finale vorbei.

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I Adagio - Allegro spiritoso
II Capriccio (Largo)
III Menuet e Trio (Allegretto)
IV Finale (Allegro con spirito)
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