Hob.I:88 Symphonie in G-Dur
Die 1787 komponierte Symphonie Nr. 88, ist die erste jenes Symphonienpaars, das Joseph Haydn dem Esterházyschen Geiger Johann Tost auf dessen Reise nach Paris mitgab, um damit das Interesse der Pariser für Haydns Kompositionen warm zu halten. Ungewöhnlich an dieser G-Dur-Symphonie ist, dass Haydn die Trompeten und Pauken den ganzen ersten Satz pausieren lässt. Man hat das der Tatsache zugeschrieben, dass Haydn lange und mit Unterbrechungen an dieser Symphonie gearbeitet haben muss, sodass er die Besetzung des ersten Satzes “vergaß’. Viel eher dürfte aber doch wohl kalkulierte kompositorische Ökonomie dafür verantwortlich sein, dass diese Instrumente für den Überraschungseffekt im zweiten Satz aufgespart werden, denn dass Haydn als “professioneller Komponist’ einfach darauf vergisst, ist zu absurd. Und hört man das Werk im Zusammenhang muss man wieder einmal erkennen, wie einfach es für Haydn ist, ohne besonderen Aufwand große Wirkung zu erzielen. Man mache sich nur bewusst, dass nicht irgendwelche Instrumente aufgespart werden, sondern eben Pauken und Trompeten - um dann eingesetzt zu werden, wenn man eher eine “Beruhigung’ erwartet - nämlich im zweiten Satz. Doch zurück zum Beginn der Symphonie. Der erste Satz bedarf der langsamen Einleitung, denn sein erstes Thema ist äußerst knapp, eigentlich nur eine rhythmisch akzentuierte Drehfigur von geringer melodischer Individualität. Die Einleitung verführt den Zuhörer in die Erwartung, dass nun “Gewichtiges’ folgen wird. Doch ist es ein fast schon spartanisches Thema das präsentiert wird, Haydn jedoch gleichzeitig Gelegenheit zur Entfaltung besonderer kompositorischer Virtuosität und orchestraler Brillanz gibt. Zudem tendiert der Satz zur Monothematik mit äußerst beiläufigem Seitenthema. Wie man überhaupt versucht ist zu meinen, Haydn hätte sich die “Denksportaufgabe’ gestellt, mit “wenig Thema’ einen packenden Satz (und zwar nach allen “Regeln’ der Kunst) zu erschaffen.
Berühmtheit hat vor allem der zweite Satz errungen, wohl wegen seiner melodischen und klanglichen Vollkommenheit, verbunden mit der kompositorischen Fertigkeit Haydns, ein Grundmaterial sieben Mal zu variieren, ohne die melodische Substanz wesentlich zu verändern und doch jedes Mal ein ’Neues’ hinzustellen. Das Finale ist ein Perpetuum-mobile-’Kehraus’, wo wie im ersten Satz aus einem unscheinbaren Motivkern eine Fülle von Variations- und Kombinationsmöglichkeiten entfaltet werden. Es ist einer jener Sätze, die dem Zuhörer als “Ohrwurm’ noch Stunden nach dem Ende in den Ohren klingen. Gewagt ausgedrückt jedoch ein “Schlager’.
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I. Adagio - Allegro
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II. Largo
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III. Menuetto e Trio, Allegretto
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IV. Finale, Allegro con spirito
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