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icon   SYMPHONIE 'OXFORD' NR.92 IN G-DUR   info

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Kompositionsdatum: 1789· Besetzung: Fl 2 Ob 2 Fg – 2 Hr 2 Trp – Pk – Str · Dauer: 27’ · Nach Entstehungszeit: 94. Symphonie
Hob.I:92 Symphonie in G-Dur “Oxford’
Die ’Oxford’-Symphonie Nr. 92 ist eigentlich eine ’Pariser Symphonie’: Sie gehörte ursprünglich in den Komplex der vom Fürsten Oettingen- Wallerstein 1788 bestellten bzw. von Haydn gleichzeitig auch für die Pariser Loge Olympique wegen großer Nachfrage als ’Nachlieferung’ zu den ’Pariser Symphonien’ komponierten drei Werken, ist aber wahrscheinlich nicht rechtzeitig zum Termin fertig geworden. Die erste bekannte Aufführung der Komposition erfolgte im Juli 1791 in Oxford - daher der Name - zur Verleihung der Ehrendoktorwürde an Joseph Haydn.
Haydn wusste, warum er gerade diese Symphonie für den Anlass auswählte: Sie erweist sich eines ’Doktors der Tonkunst’ würdig, und ist in jeder Hinsicht den ’Londoner Symphonien’, zu denen sie noch nicht gezählt wird, ebenbürtig.
Auch hier dient die langsame Einleitung als strukturelles Mittel, einem formal äußerst komplexen Hauptteil einen festen Rahmen zu geben: Das erste Thema beginnt bereits sozusagen ’in der Mitte’, außerhalb der Tonika. Der ganze Satz ist in sich dermaßen chromatisch und kontrapunktisch angelegt, dass die eigentliche Durchführung nur kurz zu sein braucht.
Zu den berühmtesten langsamen Sätzen Joseph Haydns überhaupt gehört das Adagio dieser Symphonie, formal in einfacher Dreiteiligkeit mit einem überraschend turbulenten Mittelabschnitt in Moll, der das Cantabile des Hauptteils kontrastiert. Der Rahmenteil ist melodisch ganz auf die Dominanz der Violine abgestellt.
Das Menuett ist, wie öfters bei Haydn, der Interpretation durch die Ausführenden besonders überlassen. Wenn man möchte, kann es auf den ersten Blick sogar als “alpenländisch’ gelten, wo hinter der einfach anhebenden Melodie rhythmische Überraschungen lauern. Im Trio ist es Haydn gelungen, mit einfachen Hornquinten ein originelles Gebilde zu erschaffen. Der Finalsatz nimmt wieder den Rondo-Duktus auf, erweist sich aber im sensibel ausbalancierten Changieren zwischen ’gelehrt’ und ’galant’ als raffiniert angelegter Sonatensatz.

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I. Adagio - Allegro spiritoso
II. Adagio
III. Menuet. Allegretto - Trio
IV. Finale. Presto
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