Giuseppe Haydn

107 SINFONIÆ

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Kultur Niederösterreich, Parkhotel Pörtschach, Haydn Stiftung

53

"L'Impériale"

D-Dur

Ordnung nach Hoboken
Hob.I: 53
Chonologische Ordnung
70
Tonart
D-Dur
Titel
"L'Impériale"
Periode
Späte Esterház-Sinfonien 1774 bis 1782; Die Zeit der „Opern-Sinfonien“
Kompositionsdatum
1777/1778
Auftraggeber
Fürst Nikolaus I. Joseph Esterházy
Anzahl der Sätze
4
Echtheitsbeleg
Haydnverzeichnis
Partitur-Ausgabe

Sinfonien um 1777-1779
Herausgeber: Sonja Gerlach und Stephen C. Fisher; Reihe I, Band 9; G. Henle Verlag München

Hob.I:53 Symphonie in D-Dur ("L'Impériale")
Die langsame Einleitung, ein Largo maestoso, leitet über zu einem Vivace mit einer für Haydn ungewohnten gleichbleibenden viertaktigen Phrasenbildung, die auf die Dreiklangsstruktur des Hauptmotivs zurückzuführen ist und die zudem durch die langsame harmonische Bewegung hervorgehoben wird. Vielleicht impliziert dies eine Verbindung mit der Bühnenmusik wie wir dies vom Finale her kennen. Diese ungewöhnliche Phrasenbildung wird nicht nur in der zweiten Gruppe fortgeführt, in der das Hauptthema in den Bass wandert und zu einer darüberliegenden, lebhaften Gegenstimme in Achteln geführt wird, sondern erstreckt sich, was noch erstaunlicher ist, auch auf den ersten Teil der Durchführung. Letztere erhält schließlich eine kontrapunktische Führung und beschleunigt sich — wenn dies kein interpretatorisches Zuviel ist — zu Zweitakt-Einheiten; schließlich führt das Hauptmotiv, unter ausgehaltenen Tönen von Blasinstrumenten, in einer herrlichen Passage von "ausgesetzter Lebhaftigkeit" chromatisch zurück in die Reprise. Im Menuett "schließt" der zweite Teil bezeichnenderweise auf einem Trugschluss, wonach eine analoge Passage über einem dominantischen Orgelpunkt die abschließende schwungwolle Passage vorbereitet.
Das Andante-Thema klingt so, als ob es Haydn an eine populäre Melodie angelehnt hätte, auch wenn kein Modell ausfindig gemacht werden konnte; höchstwahrscheinlich hat er es selbst geschrieben. Es steht für seine ganze Welt, in der hohe Kunst unter scheinbarer Schlichtheit verborgen ist. Das satztechnisch einfache Thema besteht aus einer unkomplizierten Doppelperiode, 8 + 8 Takte; jeder Abschnitt ist durch Halbschlüsse in 4+4 Takte unterteilt, und weiter in 2+2+2+2 Takte durch die gleichbleibenden zweitakti-gen Unterphrasen, die stets an dasselbe Motiv gebunden sind. Dennoch ist jede Unterphrase von allen anderen verschieden; außerdem ist die Begleitung im zweiten Abschnitt durch Synkopierungen, Chromatik und Legato dezent umgestaltet, was zu einem deutlichen, wenn auch abgeschwächten Höhepunkt führt. Insgesamt gesehen ist der Satz ein frühes Beispiel der später von Haydn bevorzugten Form des langsamen Satzes: doppelte Variationen über alternierende Dur- und Mollfassungen verwandter Themen.
Von den beiden Finalsätzen (s. die historischen und chronologischen Anmerkungen) ist der spätere, "A", mit "Capriccio. Moderato" bezeichnet. Das Hauptthema dieses Satzes besteht aus einem kunstvollen zweiteiligen Aufbau: a | b—a, mit einer Modulation zur Dominante in "b"; der scheinbar ruhige Verlauf des Hauptthemas wird durch die fünftaktige Phrasenbildung in "a" Lügen gestraft. Der Satz besteht insgesamt aus einer ausgedehnten dreiteiligen Form, wobei der mittlere Abschnitt in der Molltonika steht; er beginnt mit demselben Motiv, nimmt jedoch bald seinen eigenen Weg, und zwar mit einer sonderbaren "weinerlichen" Melodie bei der ersten Kadenz, mit einem durchführungsähnlichen Abschnitt (der an einer Stelle an den ersten Satz von Mozarts "Jupiter"-Symphonie erinnert) und mit einer sehr ausgedehnten Rückführung, die auf dem Hauptmotiv basiert. Die Reprise ist zum Schluss hin erheblich erweitert. Das frühere Finale "B" bestätigt seine Herkunft von der Ouvertüre durch seine geschäftige Lebhaftigkeit (außer im zweiten Thema), durch das Fehlen interner Wiederholungen und seine ausgedehnte sequenzierende Durchführung.
©James Webster

Analyse

Analyse

Analyse der Sätze

1. Satz
70,1a
 
70,1b
Satzbezeichnung
Largo maestoso / Vivace
Tonart
D-Dur
Form
Sonatenform
2. Satz
70,2
Satzbezeichnung
Andante
Tonart
A-Dur
Form
Variationssatz
3. Satz
70,3
Satzbezeichnung
Menuetto / Trio
Tonart
D-D-Dur
4. Satz
70,4
Satzbezeichnung
Moderato
Tonart
D-Dur
Form
Rondo
Spieldauert gesamt
ca. 25 Min.

Musiker

Musiker

Musiker

Anders als etwa bei den Opern lassen sich bei den Sinfonien, auf Grund ihrer unklaren zeitlichen Zuordnung, vollständige Besetzungs- bzw. Namenslisten der Orchestermusiker nicht anführen. Und es ist überhaupt nur bei einer der drei „Sinfonie-Schaffens-Phasen“ möglich, nämlich der mittleren Phase, jener am Hofe der Esterházys (1761-1781 letzte Sinfonie für das Esterház-Publikum) respektive 1790). Bei der ersten Phase, im Dienste des Grafen Morzin, also vor Esterházy (1757-1761) und der dritten Phase, jener danach (1782-1795) ist es überhaupt nicht möglich. Im Übrigen lässt sich die dritte Phase wiederum in drei Abschnitte gliedern: Jenen, in dem Haydn erstmals für ein „anderes“ Publikum als seines am Hofe Esterház komponierte (1782-1784), den Pariser Sinfonien (1785-1786) und den Londoner Sinfonien bis (1791-1795).
Namens- bzw. Gehaltslisten – und aus jenen wurde die Orchesterbesetzung „extrahiert“ - existieren also nur aus der Schaffensphase im Dienst der beiden Fürsten Esterházy, also von 1761 bis 1782.
Daher werden „nur“ jene Musiker angeführt, die im Dienste der beiden Fürsten Esterházy standen und mit Sicherheit über einen längeren Zeitraum in Haydns Orchester wirkten, quasi ein „All-Time – All-Stars-Orchester“. Ich behielt bei den betreffenden Musikern die Jahreszahl „-1790“ bei, da mit Sicherheit Haydn auch nach 1782 seine Sinfonien am Hofe zu Gehör brachte.

Leitung
Joseph Haydn
Orchestrierung
1|2|0|2 – 2|0 – 1 – Str.
Besetzung Orchester
1|2|0|2 – 2|0 – 1 – Str.
Besetzung
Flöte Franz Sigl 1761-1773
Flöte Zacharias Hirsch 1777-1790
Oboe Michael Kapfer 1761-1769
Oboe Georg Kapfer 1761-1770
Oboe Anton Mayer 1782-1790
Oboe Joseph Czerwenka 1784-1790
Fagott Johann Hinterberger 1761-1777
Fagott Franz Czerwenka 1784-1790
Fagott Joseph Steiner 1781-1790
Horn (spielte Violine) Franz Pauer 1770-1790
Horn (spielte Violine) Joseph Oliva 1770-1790
Pauke oder Fagott Caspar Peczival 1773-1790
Violine Luigi Tomasini 1761-1790
Violine (Stimmführer 2. Vl) Johann Tost 1783-1788
Violine Joseph Purgsteiner 1766-1790
Violine Joseph Dietzl 1766-1790
Violine Vito Ungricht 1777-1790
Violine (meist Viola) Christian Specht 1777-1790
Violoncello Anton Kraft 1779-1790
Violone Carl Schieringer 1768-1790

Medien

Medien

Musik

Antal Dorati

Joseph Haydn
The Symphonies
Philharmonia Hungarica
33 CDs, aufgenommen 1970 bis 1974, herausgegeben 1996 Decca (Universal)

1. Satz
70,1a
 
70,1b
2. Satz
70,2
3. Satz
70,3
4. Satz
70,4



Partitur

53









Haydn13

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1757

1. Periode
Hob.I:1

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5. Periode
Hob.I:53 "L'Impériale"

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Hob.I:71

1780

5. Periode
Hob.I:74
Hob.I:62

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5. Periode
Hob.I:73 "La chasse"

1787

8. Periode
Hob.I:89

-1788

8. Periode
Hob.I:88

1788

8. Periode
Hob.I:90
Hob.I:91

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8. Periode
Hob.I:92 "Oxford"

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10. Periode
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1796

1799

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La canterina
I. Periode
 
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Lo speziale
 
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Le pescatrici
 
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La fedeltà premiata
 
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Orlando paladino
 
III. Periode
Armida
 
III. Periode
La vera costanza II
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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