Giuseppe Haydn

107 SINFONIÆ

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Kultur Niederösterreich, Parkhotel Pörtschach, Haydn Stiftung

94

"Mit dem Paukenschlag" "Surprise"

G-Dur

Ordnung nach Hoboken
Hob.I: 94
Chonologische Ordnung
99
Tonart
G-Dur
Titel
"Mit dem Paukenschlag" "Surprise"
Periode
7 Sinfonien der ersten Londonreise 1791/1792
Kompositionsdatum
London 1791, UA 23.03. 1792
Auftraggeber
Johann Peter Salomon
Anzahl der Sätze
4
Echtheitsbeleg
Autograph
Partitur-Ausgabe

Londoner Sinfonien, 2. Folge
Herausgeber: Robert von Zahn; Reihe I, Band 16; G. Henle Verlag München

Hob.I:94 Symphonie in G-Dur „Surprise“
Die G-Dur-Symphonie Nr. 94, geschrieben 1791 für die erste Saison der Londoner “Salomon-Konzerte”, gehörte zusammen mit der während des zweiten Londoner Aufenthalts 1794 komponierten Nr. 100 (“Militär-Symphonie”, siehe dort) zu den größten englischen Erfolgsstücken Haydns und hat im Laufe der Haydn-Rezeptionsgeschichte eine für ein tieferes Verständnis dieses Werkes geradezu ruinöse Popularität erlangt: Die “Paukenschlag”-Symphonie nimmt im gängigen Haydn-Repertoire etwa dieselbe Stelle ein wie “Eine kleine Nachtmusik” im Mozart- oder die “Schicksalssymphonie” im Beethoven-Repertoire. Sie verdankt ihre Popularität und ihren Namen jener bekannten Stelle am Beginn des zweiten Satzes, wo mitten in einer kinderliedartigen Melodie ein plötzlicher Fortissimoschlag des Orchesters den Zuhörer aufschreckt. Noch zu Lebzeiten Haydns wurden zahlreiche Anekdoten in Umlauf gebracht, die darauf hinausliefen, Haydn hätte mit diesem Schockeffekt (der erwiesenermaßen einige zartbesaitete Damen der Londoner Gesellschaft in Ohnmacht fallen ließ) die Zuhörer der “Salomon-Konzerte”, die infolge eines reichlichen Abendessens eingenickt waren, aus dem Schlaf schrecken wollen. Haydn, später darauf angesprochen, erklärte seinem ersten Biographen Georg August Griesinger gegenüber, die musikalische Konkurrenzsituation, unter der die “Salomon-Konzerte” zu leiden gehabt hätten, sei das Motiv des Effekts gewesen:
“Ich fragte ihn [= Haydn] einst im Scherz, ob es wahr wäre, dass er das Andante mit dem Paukenschlage komponiert habe, um die in seinem Konzert eingeschlafenen Engländer zu wecken? 'Nein, erhielt ich zur Antwort, sondern es war mir daran gelegen, das Publikum durch etwas Neues zu überraschen, und auf eine brillante Art zu debütieren, um mir nicht den Rang von Pleyel, meinem Schüler, ablaufen zu lassen, der zur nämlichen Zeit bei einem Orchester in London angestellt war und dessen Konzerte acht Tage vor den meinigen eröffnet wurden ...'” (Ein anderes Konzertunternehmen, die “Professional Concerts”, hatte 1792, nachdem sie Haydn den “Salomon-Konzerten” nicht ausspannen hatte können, dessen Schüler Ignaz Pleyel gewonnen.)
Der Überraschungseffekt verleitet leicht dazu, die anderen Qualitäten, die der Andante-Satz besitzt, zu übersehen: Er ist ein Variationssatz und lebt von der Vielfalt und vom Kontrast der Metamorphosen, denen das einfache Kinderliedthema unterworfen ist.
Eben so sehr hat der Überraschungsmoment im zweiten Satz auch die übrigen Sätze der Symphonie buchstäblich in den Schatten gestellt: den souverän gearbeiteten ersten, der seine viel subtileren “Überraschungen” aus der Tatsache gewinnt, dass das Hauptthema nicht in der Tonika beginnt, sondern erst in seinem Verlauf dorthin gelangt; den dritten, das Menuett, das ein ganz und gar alpenländischer Ländler ist; und das Finale, das den subtilen Humor des Kopfsatzes fortführt und die Symphonie in einem mitreißenden “Kehraus” zu Ende bringt.

Analyse

Analyse

Analyse der Sätze

1. Satz
99,1a
 
99,1b
Satzbezeichnung
Adagio / Vivace assai
Tonart
G-Dur
Form
Sonatenform
2. Satz
99,2
Satzbezeichnung
Andante
Tonart
C-Dur
Form
Variationssatz
3. Satz
99,3
Satzbezeichnung
Menuet Allegro molto / Trio
Tonart
G-G-Dur
4. Satz
99,4
Satzbezeichnung
Allegro di molto
Tonart
G-Dur
Form
Sonatenform
Spieldauert gesamt
ca. 24 Min.

Musiker

Musiker

Musiker

Anders als etwa bei den Opern lassen sich bei den Sinfonien, auf Grund ihrer unklaren zeitlichen Zuordnung, vollständige Besetzungs- bzw. Namenslisten der Orchestermusiker nicht anführen. Und es ist überhaupt nur bei einer der drei „Sinfonie-Schaffens-Phasen“ möglich, nämlich der mittleren Phase, jener am Hofe der Esterházys (1761-1781 letzte Sinfonie für das Esterház-Publikum) respektive 1790). Bei der ersten Phase, im Dienste des Grafen Morzin, also vor Esterházy (1757-1761) und der dritten Phase, jener danach (1782-1795) ist es überhaupt nicht möglich. Im Übrigen lässt sich die dritte Phase wiederum in drei Abschnitte gliedern: Jenen, in dem Haydn erstmals für ein „anderes“ Publikum als seines am Hofe Esterház komponierte (1782-1784), den Pariser Sinfonien (1785-1786) und den Londoner Sinfonien bis (1791-1795).

Leitung
Johann Peter Salomon
Orchestrierung
2|2|0|2 – 2|2 – 1 – Str.
Besetzung Orchester
2|2|0|2 – 2|2 – 1 – Str.

Medien

Medien

Musik

Interprät wählen

Antal Dorati

Joseph Haydn
The Symphonies
Philharmonia Hungarica
33 CDs, aufgenommen 1970 bis 1974, herausgegeben 1996 Decca (Universal)

1. Satz
99,1a
 
99,1b
2. Satz
99,2
3. Satz
99,3
4. Satz
99,4



Partitur

94









Haydn13

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1757

1. Periode
Hob.I:1

1757/1758

1. Periode
Hob.I:37

1757-1759

1. Periode
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Hob.I:2

1757-1760

1. Periode
Hob.I:4
Hob.I:27

1758-1760

1. Periode
Hob.I:10
Hob.I:20

1761/1762

1. Periode
Hob.I:36
Hob.I:33

1766

4. Periode

1771

4. Periode
Hob.I:52
Hob.I:42

1774/1775

5. Periode
Hob.I:68

1776

5. Periode
Hob.I:61

1777/1778

5. Periode
Hob.I:53 "L'Impériale"

1778/1779

5. Periode
Hob.I:71

1780

5. Periode
Hob.I:74
Hob.I:62

1781

5. Periode
Hob.I:73 "La chasse"

1787

8. Periode
Hob.I:89

-1788

8. Periode
Hob.I:88

1788

8. Periode
Hob.I:90
Hob.I:91

1789

8. Periode
Hob.I:92 "Oxford"

1793

10. Periode
Hob.I:99

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10. Periode
Hob.I:102

1796

1799

1801

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I. Periode
Acide
 
I. Periode
 
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La canterina
I. Periode
 
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Lo speziale
 
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Le pescatrici
 
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II. Periode
 
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II. Periode
 
III. Periode
 
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Orlando paladino
 
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Armida
 
III. Periode
La vera costanza II
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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