14
A-Dur
Sinfonien um 1761-1765
Herausgeber: Ullrich Scheideler; Reihe I, Band 2; 2012, G. Henle Verlag München
Hob.I:14 Symphonie in A-Dur
Diese Symphonie, deren Concertante-Besetzung und -Stil auf die Esterházy-Periode hindeuten, ist kleiner angelegt, aber jede Note zählt. Das einleitende Allegro molto im 3/4-Takt ist winzig; die "Durchführung" besteht — einmalig für Haydns einleitende sinfonische Allegro-Sätze — nur aus einer kurzen (und melodischeren) Variante des "zweiten Themas" und einer Rückmodulation, — beides spielt sich auf der Dominante ab. Das Andante ist ein schlichter zweiteiliger Satz mit der herrlichen Klangfarbe eines Solocellos, das die Violinmelodie eine Oktave tiefer verdoppelt. (Die erste und zweite Phrase des Hauptthemas sind mehr oder weniger identisch mit der ersten und letzten Phrase des Variationsfinales aus dem Divertimento Hob.II: 11.) Das Menuett legt ein schnelleres Tempo nahe als die meisten galanten Werke unter den frühen Symphonien; das Trio, in Moll und mit einer Solo-Oboe besetzt, zeigt wieder einmal, wie viel Haydn mit ganz wenigen Noten zu sagen wusste. Das Finale, ein weiterer überaus kurzer Satz, ist an sich uneinheitlich. Es ist kontrapunktisch verdichtet, doch sein "Thema" ist nur eine Tonleiter, die über eine ganze Oktave absteigt, zusätzlich entwertet durch einen unangemessen hochgestochenen Triller auf der vorletzten Note. Zugegeben, die synkopierte Gegenmelodie und kurz darauf auch die eilige Sechzehntelbegleitung sorgen für rhythmischen Reiz. Auch bringt die "Durchführung" neue Entwicklungen mit sich, und zu Beginn der Reprise erfolgt ein köstlicher Scherz: Die Wiederaufnahme der Melodie wird durch einen einzelnen ruhigen Takt in der Tonika aufgeschoben, der in Bezug auf die Modulation in der Überleitung "richtig" ist, aber insofern gänzlich "falsch", dass er der Reprise den Wind aus den Segeln nimmt. Deshalb bricht sie, die ursprünglich piano angelegt war, nun fortissimo herein. Die einzig richtige Reaktion darauf - nicht nur hier, sondern im ganzen Satz - ist Gelächter.
©James Webster
Analyse

Analyse der Sätze




Musiker

Musiker
Anders als etwa bei den Opern lassen sich bei den Sinfonien, auf Grund ihrer unklaren zeitlichen Zuordnung, vollständige Besetzungs- bzw. Namenslisten der Orchestermusiker nicht anführen. Und es ist überhaupt nur bei einer der drei „Sinfonie-Schaffens-Phasen“ möglich, nämlich der mittleren Phase, jener am Hofe der Esterházys (1761-1781 letzte Sinfonie für das Esterház-Publikum) respektive 1790). Bei der ersten Phase, im Dienste des Grafen Morzin, also vor Esterházy (1757-1761) und der dritten Phase, jener danach (1782-1795) ist es überhaupt nicht möglich. Im Übrigen lässt sich die dritte Phase wiederum in drei Abschnitte gliedern: Jenen, in dem Haydn erstmals für ein „anderes“ Publikum als seines am Hofe Esterház komponierte (1782-1784), den Pariser Sinfonien (1785-1786) und den Londoner Sinfonien bis (1791-1795).
Namens- bzw. Gehaltslisten – und aus jenen wurde die Orchesterbesetzung „extrahiert“ - existieren also nur aus der Schaffensphase im Dienst der beiden Fürsten Esterházy, also von 1761 bis 1782.
Daher werden „nur“ jene Musiker angeführt, die im Dienste der beiden Fürsten Esterházy standen und mit Sicherheit über einen längeren Zeitraum in Haydns Orchester wirkten, quasi ein „All-Time – All-Stars-Orchester“. Ich behielt bei den betreffenden Musikern die Jahreszahl „-1790“ bei, da mit Sicherheit Haydn auch nach 1782 seine Sinfonien am Hofe zu Gehör brachte.
Flöte | Franz Sigl 1761-1773 |
Flöte | Zacharias Hirsch 1777-1790 |
Oboe | Michael Kapfer 1761-1769 |
Oboe | Georg Kapfer 1761-1770 |
Oboe | Anton Mayer 1782-1790 |
Oboe | Joseph Czerwenka 1784-1790 |
Fagott | Johann Hinterberger 1761-1777 |
Fagott | Franz Czerwenka 1784-1790 |
Fagott | Joseph Steiner 1781-1790 |
Horn (spielte Violine) | Franz Pauer 1770-1790 |
Horn (spielte Violine) | Joseph Oliva 1770-1790 |
Pauke oder Fagott | Caspar Peczival 1773-1790 |
Violine | Luigi Tomasini 1761-1790 |
Violine (Stimmführer 2. Vl) | Johann Tost 1783-1788 |
Violine | Joseph Purgsteiner 1766-1790 |
Violine | Joseph Dietzl 1766-1790 |
Violine | Vito Ungricht 1777-1790 |
Violine (meist Viola) | Christian Specht 1777-1790 |
Violoncello | Anton Kraft 1779-1790 |
Violone | Carl Schieringer 1768-1790 |
Medien

Musik
Antal Dorati
Joseph Haydn
The Symphonies
Philharmonia Hungarica
33 CDs, aufgenommen 1970 bis 1974, herausgegeben 1996 Decca (Universal)



