Giuseppe Haydn

107 SINFONIÆ

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Kultur Niederösterreich, Parkhotel Pörtschach, Haydn Stiftung

57

D-Dur

Ordnung nach Hoboken
Hob.I: 57
Chonologische Ordnung
64
Tonart
D-Dur
Periode
Mittlere Esterház-Sinfonien 1767 bis 1773; „Sturm und Drang“ und die „Ruhe“ danach
Kompositionsdatum
1774
Auftraggeber
Fürst Nikolaus I. Joseph Esterházy
Anzahl der Sätze
4
Echtheitsbeleg
Autograph
Partitur-Ausgabe

Sinfonien 1773 und 1774
Herausgeber: Wolfgang Stockmeier; Reihe I, Band 7; G. Henle Verlag München

Hob.I:57 Symphonie in D-Dur 
Der Anfang der Nr. 57 ist ungewöhnlich; die Symphonie beginnt mit einer langsamen Einleitung, der bei weitem längsten, die Haydn bis dahin komponiert hatte. Das darauf folgende Allegro hat im Gegensatz zu den anderen Kopfsätzen in dieser Folge quasi eine Perpetuum mobile-Struktur (in Achteln) und einen langsamen, harmonischen Rhythmus. Es ist auch sehr lang, vor allem die Exposition; es gibt nicht nur einen, sondern gleich zwei kontrastierende piano-Abschnitte, und Haydn hat es gar nicht eilig (in allen diesen Punkten ähnelt das Allegro dem Kopfsatz von Nr. 42, ebenfalls in D-Dur; vgl. Folge 6).
Das Adagio im 6/8-Takt mit Thema und Variationen basiert auf einem der größten Geniestreiche Haydns. Das Thema besteht aus zwei Teilen; der erste Teil wechselt zwischen drei kontrastierenden Motiven: kurz und pizzicato; kurz und legato, länger und liedartig. Im zweiten Teil behauptet sich die melodische Linie jedoch früher, wird erweitert, und der Gefühlsausdruck vertieft sich — bis das ursprüngliche Pizzicato als Schlusskadenz wieder auftritt — ein alter Scherz, der von Haydn selten so bewegend realisiert wird wie hier. Der Rest des Satzes besteht aus vier Variationen, die herrliche Abwandlungen der Instrumentierung, filigrane Ausschmückungen für die Geigen und gegen Ende verstärkte Chromatik und dichtere Strukturen miteinander kombinieren. Leider besteht Haydn darauf, als abschließende Geste den Scherz noch einmal zu wiederholen.
Das Menuett, das auf einem munteren Doppelschlagmotiv aufbaut, hat einen stark verlängerten zweiten Teil und umfasst unter anderem eine klare Koda im Anschluss an die strukturelle Schlussphrase. Die beiden letzten Takte tanzen einstimmig durch den Dreiklang aufwärts und werden dann zu unserer Überraschung sofort in d-Moll wiederholt, als Anfang des Trios — aber so, dass die ersten vier Takte wie ein Übergang klingen, als ob das "eigentliche" Trio erst mit dem fünften Takt begänne und in B-Dur komponiert wäre. Erst ganz am Schluss wird die Form klar: Diese ersten Takte in d-Moll bilden tatsächlich den Anfang des Trios.
Das Finale ist ein ausgelassenes Prestissimo; das sehr schwierige Hauptthema (mit einem weiteren Doppelschlagmotiv) leitet sich anscheinend von einer österreichischen Albernheit aus dem 17. Jahrhundert mit dem Titel "Kanzone und Capriccio über das Gackern von Hennen und Hähnen" ab. Nichts stört die Dynamik; nur an einer Stelle legt Haydn eine kurze Pause ein, um seine typische Kombination von Witz und Gefühl einzufügen. Über den "Affekt" des Schlusses kann es jedoch keinen Zweifel geben.
©James Webster

Analyse

Analyse

Analyse der Sätze

1. Satz
64,1a
 
64,1b
Satzbezeichnung
Adagio / Allegro
Tonart
D-Dur
Form
Sonatenform
2. Satz
64,2
Satzbezeichnung
Adagio
Tonart
G-Dur
Form
Variationssatz
3. Satz
64,3
Satzbezeichnung
Menuet Allegretto / Trio
Tonart
D-Dur-d-Moll
4. Satz
64,4
Satzbezeichnung
Prestissimo
Tonart
D-Dur
Form
Sonatenform
Spieldauert gesamt
ca. 32 Min.

Musiker

Musiker

Musiker

Anders als etwa bei den Opern lassen sich bei den Sinfonien, auf Grund ihrer unklaren zeitlichen Zuordnung, vollständige Besetzungs- bzw. Namenslisten der Orchestermusiker nicht anführen. Und es ist überhaupt nur bei einer der drei „Sinfonie-Schaffens-Phasen“ möglich, nämlich der mittleren Phase, jener am Hofe der Esterházys (1761-1781 letzte Sinfonie für das Esterház-Publikum) respektive 1790). Bei der ersten Phase, im Dienste des Grafen Morzin, also vor Esterházy (1757-1761) und der dritten Phase, jener danach (1782-1795) ist es überhaupt nicht möglich. Im Übrigen lässt sich die dritte Phase wiederum in drei Abschnitte gliedern: Jenen, in dem Haydn erstmals für ein „anderes“ Publikum als seines am Hofe Esterház komponierte (1782-1784), den Pariser Sinfonien (1785-1786) und den Londoner Sinfonien bis (1791-1795).
Namens- bzw. Gehaltslisten – und aus jenen wurde die Orchesterbesetzung „extrahiert“ - existieren also nur aus der Schaffensphase im Dienst der beiden Fürsten Esterházy, also von 1761 bis 1782.
Daher werden „nur“ jene Musiker angeführt, die im Dienste der beiden Fürsten Esterházy standen und mit Sicherheit über einen längeren Zeitraum in Haydns Orchester wirkten, quasi ein „All-Time – All-Stars-Orchester“. Ich behielt bei den betreffenden Musikern die Jahreszahl „-1790“ bei, da mit Sicherheit Haydn auch nach 1782 seine Sinfonien am Hofe zu Gehör brachte.

Leitung
Joseph Haydn
Orchestrierung
0|2|0|0 – 2|0 – 0 – Str.
Besetzung Orchester
0|2|0|1 – 2|0 – 0 – Str.
Besetzung
Flöte Franz Sigl 1761-1773
Flöte Zacharias Hirsch 1777-1790
Oboe Michael Kapfer 1761-1769
Oboe Georg Kapfer 1761-1770
Oboe Anton Mayer 1782-1790
Oboe Joseph Czerwenka 1784-1790
Fagott Johann Hinterberger 1761-1777
Fagott Franz Czerwenka 1784-1790
Fagott Joseph Steiner 1781-1790
Horn (spielte Violine) Franz Pauer 1770-1790
Horn (spielte Violine) Joseph Oliva 1770-1790
Pauke oder Fagott Caspar Peczival 1773-1790
Violine Luigi Tomasini 1761-1790
Violine (Stimmführer 2. Vl) Johann Tost 1783-1788
Violine Joseph Purgsteiner 1766-1790
Violine Joseph Dietzl 1766-1790
Violine Vito Ungricht 1777-1790
Violine (meist Viola) Christian Specht 1777-1790
Violoncello Anton Kraft 1779-1790
Violone Carl Schieringer 1768-1790

Medien

Medien

Musik

Antal Dorati

Joseph Haydn
The Symphonies
Philharmonia Hungarica
33 CDs, aufgenommen 1970 bis 1974, herausgegeben 1996 Decca (Universal)

1. Satz
64,1a
 
64,1b
2. Satz
64,2
3. Satz
64,3
4. Satz
64,4



Partitur

57









Haydn13

107 SINFONIÆ

1757

1. Periode
Hob.I:1

1757/1758

1. Periode
Hob.I:37

1757-1759

1. Periode
Hob.I:18
Hob.I:2

1757-1760

1. Periode
Hob.I:4
Hob.I:27

1758-1760

1. Periode
Hob.I:10
Hob.I:20

1761/1762

1. Periode
Hob.I:36
Hob.I:33

1766

4. Periode

1771

4. Periode
Hob.I:52
Hob.I:42

1774/1775

5. Periode
Hob.I:68

1776

5. Periode
Hob.I:61

1777/1778

5. Periode
Hob.I:53 "L'Impériale"

1778/1779

5. Periode
Hob.I:71

1780

5. Periode
Hob.I:74
Hob.I:62

1781

5. Periode
Hob.I:73 "La chasse"

1787

8. Periode
Hob.I:89

-1788

8. Periode
Hob.I:88

1788

8. Periode
Hob.I:90
Hob.I:91

1789

8. Periode
Hob.I:92 "Oxford"

1793

10. Periode
Hob.I:99

1794

10. Periode
Hob.I:102

1796

1799

1801

13 OPERÆ

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
I. Periode
Acide
 
I. Periode
 
I. Periode
 
I. Periode
La canterina
I. Periode
 
I. Periode
Lo speziale
 
I. Periode
 
I. Periode
Le pescatrici
 
I. Periode
 
I. Periode
 
II. Periode
 
II. Periode
 
II. Periode
 
II. Periode
Il mondo della luna
 
II. Periode
 
III. Periode
 
III. Periode
La fedeltà premiata
 
III. Periode
Orlando paladino
 
III. Periode
Armida
 
III. Periode
La vera costanza II
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

5 ORATORIÆ