Giuseppe Haydn

107 SINFONIÆ

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Kultur Niederösterreich, Parkhotel Pörtschach, Haydn Stiftung

88

G-Dur

Ordnung nach Hoboken
Hob.I: 88
Chonologische Ordnung
91
Tonart
G-Dur
Periode
Apotheose der Kammer-Sinfonie 1787 bis 1789; „Johann Tost“ und „Paris“
Kompositionsdatum
-1788
Auftraggeber
Johann Tost
Anzahl der Sätze
4
Echtheitsbeleg
Entwurfs-Katalog
Partitur-Ausgabe

Sinfonien 1787-1789
Herausgeber: Andreas Friesenhagen; Reihe I, Band 14; 2010, G. Henle Verlag München

Hob.I:88 Symphonie in G-Dur 
Die 1787 komponierte Symphonie Nr. 88, ist die erste jenes Symphonienpaars, das Joseph Haydn dem Esterházyschen Geiger Johann Tost auf dessen Reise nach Paris mitgab, um damit das Interesse der Pariser für Haydns Kompositionen warm zu halten. Ungewöhnlich an dieser G-Dur-Symphonie ist, dass Haydn die Trompeten und Pauken den ganzen ersten Satz pausieren lässt. Man hat das der Tatsache zugeschrieben, dass Haydn lange und mit Unterbrechungen an dieser Symphonie gearbeitet haben muss, sodass er die Besetzung des ersten Satzes „vergaß”. Viel eher dürfte aber doch wohl kalkulierte kompositorische Ökonomie dafür verantwortlich sein, dass diese Instrumente für den Überraschungseffekt im zweiten Satz aufgespart werden, denn dass Haydn als „professioneller Komponist“ einfach darauf vergisst, ist zu absurd. Und hört man das Werk im Zusammenhang muss man wieder einmal erkennen, wie einfach es für Haydn ist, ohne besonderen Aufwand große Wirkung zu erzielen. Man mache sich nur bewusst, dass nicht irgendwelche Instrumente aufgespart werden, sondern eben Pauken und Trompeten - um dann eingesetzt zu werden, wenn man eher eine „Beruhigung“ erwartet - nämlich im zweiten Satz. Doch zurück zum Beginn der Symphonie. Der erste Satz bedarf der langsamen Einleitung, denn sein erstes Thema ist äußerst knapp, eigentlich nur eine rhythmisch akzentuierte Drehfigur von geringer melodischer Individualität. Die Einleitung verführt den Zuhörer in die Erwartung, dass nun „Gewichtiges“ folgen wird. Doch ist es ein fast schon spartanisches Thema das präsentiert wird, Haydn jedoch gleichzeitig Gelegenheit zur Entfaltung besonderer kompositorischer Virtuosität und orchestraler Brillanz gibt. Zudem tendiert der Satz zur Monothematik mit äußerst beiläufigem Seitenthema. Wie man überhaupt versucht ist zu meinen, Haydn hätte sich die „Denksportaufgabe“ gestellt, mit „wenig Thema“ einen packenden Satz (und zwar nach allen „Regeln“ der Kunst) zu erschaffen.
Berühmtheit hat vor allem der zweite Satz errungen, wohl wegen seiner melodischen und klanglichen Vollkommenheit, verbunden mit der kompositorischen Fertigkeit Haydns, ein Grundmaterial sieben Mal zu variieren, ohne die melodische Substanz wesentlich zu verändern und doch jedes Mal ein “Neues” hinzustellen. Das Finale ist ein Perpetuum-mobile-”Kehraus”, wo wie im ersten Satz aus einem unscheinbaren Motivkern eine Fülle von Variations- und Kombinationsmöglichkeiten entfaltet werden. Es ist einer jener Sätze, die dem Zuhörer als „Ohrwurm“ noch Stunden nach dem Ende in den Ohren klingen. Gewagt ausgedrückt jedoch ein „Schlager“. 

Analyse

Analyse

Analyse der Sätze

1. Satz
90,1a
 
90.1b
Satzbezeichnung
Adagio / Allegro
Tonart
G-Dur
Form
Sonatenform
2. Satz
90,2
Satzbezeichnung
Largo
Tonart
D-Dur
Form
Variationsrondo
3. Satz
90,3
Satzbezeichnung
Menuetto Allegretto / Trio
Tonart
D-D-Dur
4. Satz
90,4
Satzbezeichnung
Allegro con spirito
Tonart
G-Dur
Form
Rondo
Spieldauert gesamt
ca. 22 Min.

Musiker

Musiker

Musiker

Anders als etwa bei den Opern lassen sich bei den Sinfonien, auf Grund ihrer unklaren zeitlichen Zuordnung, vollständige Besetzungs- bzw. Namenslisten der Orchestermusiker nicht anführen. Und es ist überhaupt nur bei einer der drei „Sinfonie-Schaffens-Phasen“ möglich, nämlich der mittleren Phase, jener am Hofe der Esterházys (1761-1781 letzte Sinfonie für das Esterház-Publikum) respektive 1790). Bei der ersten Phase, im Dienste des Grafen Morzin, also vor Esterházy (1757-1761) und der dritten Phase, jener danach (1782-1795) ist es überhaupt nicht möglich. Im Übrigen lässt sich die dritte Phase wiederum in drei Abschnitte gliedern: Jenen, in dem Haydn erstmals für ein „anderes“ Publikum als seines am Hofe Esterház komponierte (1782-1784), den Pariser Sinfonien (1785-1786) und den Londoner Sinfonien bis (1791-1795).
Namens- bzw. Gehaltslisten – und aus jenen wurde die Orchesterbesetzung „extrahiert“ - existieren also nur aus der Schaffensphase im Dienst der beiden Fürsten Esterházy, also von 1761 bis 1782.
Daher werden „nur“ jene Musiker angeführt, die im Dienste der beiden Fürsten Esterházy standen und mit Sicherheit über einen längeren Zeitraum in Haydns Orchester wirkten, quasi ein „All-Time – All-Stars-Orchester“. Ich behielt bei den betreffenden Musikern die Jahreszahl „-1790“ bei, da mit Sicherheit Haydn auch nach 1782 seine Sinfonien am Hofe zu Gehör brachte.

Orchestrierung
1|2|0|2 – 2|2 – 1 – Str.
Besetzung Orchester
1|2|0|2 – 2|2 – 1 – Str.
Besetzung
Flöte Franz Sigl 1761-1773
Flöte Zacharias Hirsch 1777-1790
Oboe Michael Kapfer 1761-1769
Oboe Georg Kapfer 1761-1770
Oboe Anton Mayer 1782-1790
Oboe Joseph Czerwenka 1784-1790
Fagott Johann Hinterberger 1761-1777
Fagott Franz Czerwenka 1784-1790
Fagott Joseph Steiner 1781-1790
Horn (spielte Violine) Franz Pauer 1770-1790
Horn (spielte Violine) Joseph Oliva 1770-1790
Pauke oder Fagott Caspar Peczival 1773-1790
Violine Luigi Tomasini 1761-1790
Violine (Stimmführer 2. Vl) Johann Tost 1783-1788
Violine Joseph Purgsteiner 1766-1790
Violine Joseph Dietzl 1766-1790
Violine Vito Ungricht 1777-1790
Violine (meist Viola) Christian Specht 1777-1790
Violoncello Anton Kraft 1779-1790
Violone Carl Schieringer 1768-1790

Medien

Medien

Musik

Interprät wählen

Antal Dorati

Joseph Haydn
The Symphonies
Philharmonia Hungarica
33 CDs, aufgenommen 1970 bis 1974, herausgegeben 1996 Decca (Universal)

1. Satz
90,1a
 
90.1b
2. Satz
90,2
3. Satz
90,3
4. Satz
90,4



Partitur

88









Haydn13

107 SINFONIÆ

1757

1. Periode
Hob.I:1

1757/1758

1. Periode
Hob.I:37

1757-1759

1. Periode
Hob.I:18
Hob.I:2

1757-1760

1. Periode
Hob.I:4
Hob.I:27

1758-1760

1. Periode
Hob.I:10
Hob.I:20

1761/1762

1. Periode
Hob.I:36
Hob.I:33

1766

4. Periode

1771

4. Periode
Hob.I:52
Hob.I:42

1774/1775

5. Periode
Hob.I:68

1776

5. Periode
Hob.I:61

1777/1778

5. Periode
Hob.I:53 "L'Impériale"

1778/1779

5. Periode
Hob.I:71

1780

5. Periode
Hob.I:74
Hob.I:62

1781

5. Periode
Hob.I:73 "La chasse"

1787

8. Periode
Hob.I:89

-1788

8. Periode
Hob.I:88

1788

8. Periode
Hob.I:90
Hob.I:91

1789

8. Periode
Hob.I:92 "Oxford"

1793

10. Periode
Hob.I:99

1794

10. Periode
Hob.I:102

1796

1799

1801

13 OPERÆ

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
I. Periode
Acide
 
I. Periode
 
I. Periode
 
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La canterina
I. Periode
 
I. Periode
Lo speziale
 
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Le pescatrici
 
I. Periode
 
I. Periode
 
II. Periode
 
II. Periode
 
II. Periode
 
II. Periode
Il mondo della luna
 
II. Periode
 
III. Periode
 
III. Periode
La fedeltà premiata
 
III. Periode
Orlando paladino
 
III. Periode
Armida
 
III. Periode
La vera costanza II
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

5 ORATORIÆ