Giuseppe Haydn

107 SINFONIÆ

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Kultur Niederösterreich, Parkhotel Pörtschach, Haydn Stiftung

78

c-Moll

Ordnung nach Hoboken
Hob.I: 78
Chonologische Ordnung
80
Tonart
c-Moll
Periode
Erste Sinfonien für ein „neues“ Publikum 1782 bis 1784
Kompositionsdatum
1782
Auftraggeber
Willoughby Berties, Earl of Abingdon
Anzahl der Sätze
4
Echtheitsbeleg
Entwurfs-Katalog
Partitur-Ausgabe

Sinfonien 1782-1784
Herausgeber: Sonja Gerlach und Sterling E. Murray; Reihe I, Band 11; G. Henle Verlag München

Hob.I:78 Symphonie in c-Moll
Die dritte und letzte der 1782 für eine geplante, dann aber doch nicht zustande gekommene Englandreise Haydns (1732-1809) geschriebenen Symphonien, Nr. 78, ist eine c-Moll-Symphonie. Nicht erst für Beethoven und dessen Nachfolger im 19. Jahrhundert, sondern auch schon bei Haydn ist c-Moll eine besondere, mit den Ingredienzien außerordentlicher Expressivität versehene Tonart. Nr. 78 nimmt in dieser Beziehung die genaue Mitte zwischen ihren beiden c-Moll-Schwestern im Schaffen Haydns ein: der Nr. 52 von 1770, einem typischen Werk aus Haydns sog. „Sturm und Drang“-Periode, und der innerlich „klassisch-gebändigten“ Nr. 95 aus dem ersten Londoner Aufenthalt, 1791.
Es gibt wohl keinen Symphoniesatz Haydns, der von so weit hinaus getriebener experimenteller Chromatik wäre wie der Kopfsatz der Nr. 78. Schon das Hauptthema, das da im Unisono einsetzt (und das, wie Robbins Landon meint, dem Hauptthema des ersten Satzes von Mozarts c-Moll-Klavierkonzert KV 491 von 1786 als direkte Vorlage gedient haben könnte), ist harmonisch unstet, „vagierend“. Auf diese Weise dient es durchwegs als Ansatzpunkt kühner Durchgänge und Modulationen; auch der harmonisch stabilere Seitensatz mit Schlussgruppe ist an charakteristischer Stelle von einer „nicht passenden“ Durchgangsharmonie geprägt, die „zufällig“ aus der parallelen chromatischen Linienführung der Streicherstimmen entsteht. Die konsequent und immer wieder neu ansetzenden Durchführungszüge fordern so viel Raum und Energie, dass nur noch Platz für eine rudimentäre Reprise übrig bleibt, die eigentlich nur noch aus einem Rest des Seitensatzes mit Schlussgruppe besteht.
Wie um die chromatische Hebelwirkung dieses Kopfsatzes auszubalancieren, verbleibt Haydn mit dem Rest der Symphonie im Konventionellen. Der Schlusssatz ist z.B. ein Rondo mit Durchführungselementen; doch ist Haydn so deutlich um harmonische Stabilität bemüht, dass er die Rondo-Episode (mit der Solo-Oboe) zweimal in derselben Tonart, nämlich C-Dur, ansetzt. Beim zweiten Mal geht sie auch unmittelbar in den C-Dur-Schluss des ganzen Werks über.

Analyse

Analyse

Analyse der Sätze

1. Satz
80,1
Satzbezeichnung
Vivace
Tonart
c-Moll
Form
Sonatenform
2. Satz
80,2
Satzbezeichnung
Adagio
Tonart
Es-Dur
Form
dreiteilige Liedform
3. Satz
80,3
Satzbezeichnung
Menuetto Allegretto / Trio
Tonart
C-C-Dur
4. Satz
80,4
Satzbezeichnung
Presto
Tonart
c-Moll
Form
Rondo
Spieldauert gesamt
ca. 20 Min.

Musiker

Musiker

Musiker

Anders als etwa bei den Opern lassen sich bei den Sinfonien, auf Grund ihrer unklaren zeitlichen Zuordnung, vollständige Besetzungs- bzw. Namenslisten der Orchestermusiker nicht anführen. Und es ist überhaupt nur bei einer der drei „Sinfonie-Schaffens-Phasen“ möglich, nämlich der mittleren Phase, jener am Hofe der Esterházys (1761-1781 letzte Sinfonie für das Esterház-Publikum) respektive 1790). Bei der ersten Phase, im Dienste des Grafen Morzin, also vor Esterházy (1757-1761) und der dritten Phase, jener danach (1782-1795) ist es überhaupt nicht möglich. Im Übrigen lässt sich die dritte Phase wiederum in drei Abschnitte gliedern: Jenen, in dem Haydn erstmals für ein „anderes“ Publikum als seines am Hofe Esterház komponierte (1782-1784), den Pariser Sinfonien (1785-1786) und den Londoner Sinfonien bis (1791-1795).
Namens- bzw. Gehaltslisten – und aus jenen wurde die Orchesterbesetzung „extrahiert“ - existieren also nur aus der Schaffensphase im Dienst der beiden Fürsten Esterházy, also von 1761 bis 1782.
Daher werden „nur“ jene Musiker angeführt, die im Dienste der beiden Fürsten Esterházy standen und mit Sicherheit über einen längeren Zeitraum in Haydns Orchester wirkten, quasi ein „All-Time – All-Stars-Orchester“. Ich behielt bei den betreffenden Musikern die Jahreszahl „-1790“ bei, da mit Sicherheit Haydn auch nach 1782 seine Sinfonien am Hofe zu Gehör brachte.

Leitung
Joseph Haydn
Orchestrierung
1|2|0|2 – 2|0 – 0 – Str.
Besetzung Orchester
1|2|0|2 – 2|0 – 0 – Str.
Besetzung
Flöte Franz Sigl 1761-1773
Flöte Zacharias Hirsch 1777-1790
Oboe Michael Kapfer 1761-1769
Oboe Georg Kapfer 1761-1770
Oboe Anton Mayer 1782-1790
Oboe Joseph Czerwenka 1784-1790
Fagott Johann Hinterberger 1761-1777
Fagott Franz Czerwenka 1784-1790
Fagott Joseph Steiner 1781-1790
Horn (spielte Violine) Franz Pauer 1770-1790
Horn (spielte Violine) Joseph Oliva 1770-1790
Pauke oder Fagott Caspar Peczival 1773-1790
Violine Luigi Tomasini 1761-1790
Violine (Stimmführer 2. Vl) Johann Tost 1783-1788
Violine Joseph Purgsteiner 1766-1790
Violine Joseph Dietzl 1766-1790
Violine Vito Ungricht 1777-1790
Violine (meist Viola) Christian Specht 1777-1790
Violoncello Anton Kraft 1779-1790
Violone Carl Schieringer 1768-1790

Medien

Medien

Musik

Interprät wählen

Antal Dorati

Joseph Haydn
The Symphonies
Philharmonia Hungarica
33 CDs, aufgenommen 1970 bis 1974, herausgegeben 1996 Decca (Universal)

1. Satz
80,1
2. Satz
80,2
3. Satz
80,3
4. Satz
80,4



Partitur

78









Haydn13

107 SINFONIÆ

1757

1. Periode
Hob.I:1

1757/1758

1. Periode
Hob.I:37

1757-1759

1. Periode
Hob.I:18
Hob.I:2

1757-1760

1. Periode
Hob.I:4
Hob.I:27

1758-1760

1. Periode
Hob.I:10
Hob.I:20

1761/1762

1. Periode
Hob.I:36
Hob.I:33

1766

4. Periode

1771

4. Periode
Hob.I:52
Hob.I:42

1774/1775

5. Periode
Hob.I:68

1776

5. Periode
Hob.I:61

1777/1778

5. Periode
Hob.I:53 "L'Impériale"

1778/1779

5. Periode
Hob.I:71

1780

5. Periode
Hob.I:74
Hob.I:62

1781

5. Periode
Hob.I:73 "La chasse"

1787

8. Periode
Hob.I:89

-1788

8. Periode
Hob.I:88

1788

8. Periode
Hob.I:90
Hob.I:91

1789

8. Periode
Hob.I:92 "Oxford"

1793

10. Periode
Hob.I:99

1794

10. Periode
Hob.I:102

1796

1799

1801

13 OPERÆ

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
I. Periode
Acide
 
I. Periode
 
I. Periode
 
I. Periode
La canterina
I. Periode
 
I. Periode
Lo speziale
 
I. Periode
 
I. Periode
Le pescatrici
 
I. Periode
 
I. Periode
 
II. Periode
 
II. Periode
 
II. Periode
 
II. Periode
Il mondo della luna
 
II. Periode
 
III. Periode
 
III. Periode
La fedeltà premiata
 
III. Periode
Orlando paladino
 
III. Periode
Armida
 
III. Periode
La vera costanza II
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

5 ORATORIÆ